Unser Jahr im Weinberg

Warum der Wein unsere Leidenschaft ist

Das ganze Jahr über geben uns die Reben und die Natur vor was wir stets als nächstes zu tun haben. Je nach Wachstum der Rebstöcke, Witterung und Wettervorhersage gehen wir die unterschiedlichen Arbeiten an. Ein Weinberg, auf pfälzisch auch „Wingert“ genannt, macht zwar viel Mühe und Arbeit, aber es sind schöne Tätigkeiten inmitten der herrlichen Natur. Sie machen uns Spaß auch bei Wind und Wetter. Wir erfreuen uns am Wachsen knorriger Rebstöcken, am Sprießen zarter Knospen und Entfalten großer stolzer Weinblätter. Und immer wieder staunen wir, wie aus fein duftenden Blüten sich kleine Früchte entwickeln und zu saftig prall gefüllten Trauben heranreifen. Im bunten Herbst folgt dann eine farbenfrohe Hochzeit, der Höhepunkt des Jahres – die Weinlese. Jetzt dürfen wir die reifen Trauben ernten und aus ihnen die Basis für einen guten Wein keltern. Das ist ein Geschenk der Natur und der Lohn für unsere tatkräftige Arbeit in unseren Weinbergen. Aus Leidenschaft und Liebe wird Wein!

 

Erfahren Sie mehr über die Arbeiten im Weinberg und in unserem Winzerbetrieb

Begleiten Sie uns ein Jahr lang im Wingert und schauen Sie uns über die Schultern. Hier lesen Sie Monat für Monat die wichtigsten Arbeitsschritte im Weinberg und Weinkeller.

Ein Weinberg der Rebsorte Merlot im Januar.
Unser Weinberg der Rebsorte Merlot im Januar.

JANUAR – Der Rebschnitt

Für uns beginnt das Weinjahr im Januar, draußen in den Weingärten inmitten der kalten Jahreszeit. Vor dem Austrieb im Frühjahr geht es jetzt mit dem Rebschnitt los. Er ist einer wichtigsten Arbeiten des Winzers. Um ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Ertrag zu erzielen, wird das alte Holz bis auf eine oder zwei Fruchtruten je Rebstock entfernt. Damit wird für das kommende Jahr die Erntemenge begrenzt, zugunsten einer hochwertigen Weinqualität. Der Rebschnitt ist nach wie vor noch echte Handarbeit. Er ist zeitaufwendig und kann viele Wochen lang dauern.

FEBRUAR – Ausbesserungsarbeiten

Während der Rebschnitt fortgeführt wird und das weggeschnittene Altholz zerkleinert wird, ist es auch an der Zeit Ausbesserungsarbeiten zu machen. Gerissene Drähte, gebrochene Pfähle und defekte Wuchsunterstützung in den Weinbergszeilen müssen von uns jetzt erneuert werden. Denn wenn der Austrieb der Reben begonnen hat, können Reparaturen an der Drahtunterstützung nicht mehr ausgeführt werden, ohne Schaden an den Knospen zu verursachen. Außerdem werden die Weine des letzten Jahres im Keller verkostet. Die Vorbereitungen für die Flaschenabfüllung beginnen.

 

Reben müssen angebunden werden
Eine geschnittene Rebe wird am Draht angebunden

MÄRZ – Das Anbinden

Bereits im März beginnen die frühen Rebsorten, wie zum Beispiel der Grauburgunder, zu „bluten“. So nennen wir den Saftaustritt an den Schnittwunden der Fruchtruten. Die Rebe erwacht aus ihrem Winterschlaf. Unsere Aufgabe ist es jetzt die stehengebliebenen Fruchtruten der Rebstöcke nach unten über die Drähte zu biegen und anzubinden. Mit dem Anbinden bringen wir die Reben in Form. Diese Art von Rebenerziehung gewährleistet eine gleichmäßige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen, eine einheitliche Belichtung und Belüftung während des Wachstums.

 

Ein Weinberg der Rebsorte Merlot im April.
Unser Weinberg der Rebsorte Merlot im April.

APRIL – Die Bodenbearbeitung

Unsere Reben lieben einen lockeren, gut durchlüfteten, humus- und nährstoffreichen Boden. Weil eine gesunde, vitale Bodenstruktur im Weinberg unerlässlich ist, fahren wir jetzt für die Bodenbearbeitung schweres Gerät auf. Mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie zum Beispiel Grubber oder Fräse werden die Böden mechanisch aufgelockert. Mit der Aussaat begrünender Pflanzen und der abgestimmten Zufuhr von Nährstoffen wird zusätzlich die natürliche Aktivität des Bodens unterstützt. Nachdem der Pflanzensaft wieder durch den Rebstocks fließt, schwellen die Knospen an, die sogenannten Augen. Bei gutem Wetter können wir innerhalb weniger Tagen schon das erste Blattgrün sehen. Der Austrieb der Weinreben hat begonnen.

 

Ein Weinberg der Rebsorte Merlot im Monat Mai
Unser Weinberg der Rebsorte Merlot im Mai.

MAI – Das Hochhängen der Drähte

Im Mai treiben die Weinreben verstärkt aus. Schon früh können wir die sogenannten Gescheine sehen. Aus den vielzähligen Knospen entstehen während der Rebblüte im Juni kleine Blüten, aus denen später einzelne Weinbeeren zusammen zu Trauben wachsen, botanisch auch Rispe genannt. An den Rebstöcken entfernen wir überflüssige Stocktriebe und hängen die Drähte hoch, damit die jungen Triebe nicht umknicken oder abbrechen. Wir führen Pflanzenschutzmaßnahmen durch, um die Reben vor Pilzkrankheiten zu schützen.

 

Junge Weinreben die als Rebschul-Pfropfreben gepflanzt wurden.
Junge Weinreben die als Rebschul-Pfropfreben gepflanzt wurden.

JUNI – Das Einstecken

Die Triebe an den Rebstöcken wachsen jetzt sehr schnell. Wir gehen nun an das Einstecken. Bevor die Blüte einsetzt stecken wir die rankenden Ruten zwischen Wingertsdrähten ein. Somit schützen wir sie vor Windbruch und dem Abbruch durch ihr eigenes oder das Traubengewicht. Dann beginnen die Reben zu blühen und wir Winzer wünschen uns sonniges, warmes und trockenes, also ein blütenfreundliches Wetter. Wir lassen den Reben jetzt Zeit und Ruhe, um sich selbst gut zu befruchten.

 

Ein Weinberg der Rebsorte Merlot im Juli.
Unser Weinberg der Rebsorte Merlot im Juli.

JULI – Der Laubschnitt

Nach der Blüte starten wir mit den Laubarbeiten. Wir entfernen maschinell Blätter, damit die Reben mehr Sonne abbekommen, die Durchlüftung und das Abtrocknen gefördert wird. Ein teilweises Entblättern des Laubes hilft auch, um die Beeren gegen Sonnenbrand abzuhärten. Den Laubschnitt in den Rebanlagen führen wir mehrmals je nach Wachstum der Reben durch. Gleichzeitig mit dem Schnitt des Laubes, bearbeiten wir den Boden und mulchen die Rebgassen. Außerdem brechen wir unerwünschte Geiztriebe aus, stecken lange Sommertriebe ein und binden sie fest.

 

Aus den Gescheinen wachsen einzelne Beeren heran.
Aus den Gescheinen wachsen jetzt einzelne Beeren zu Trauben (Rispen) heran.

AUGUST – Das Herausschneiden

Ab Mitte August beginnt die Reifephase der Weintrauben, die langsam weich werden. Von nun an beeinflusst die Witterung in starkem Maße die Entwicklung, Qualität und das Mostgewicht der Weintrauben. Die Wingerte brauchen jetzt viele Sonnentage, damit sich Zucker in den Beeren einlagern kann. Gescheine die sich erst spät an den Trieben gebildet haben, entfernen wir, in dem wir die noch grünen, unreifen Trauben abschneiden. Wir Winzer nennen dieses Herausschneiden im Fachjargon „Grüne Lese“.  Dadurch kann sich der Rebstock stärker auf die übrig gebliebenen Trauben konzentrieren. Sie werden mit mehr Energie und Extraktstoffen versorgt und reifen zu einer höheren Qualität heran.

SEPTEMBER – Die Weinlese

Jetzt ist es endlich soweit und es kann mit der Ernte, auf pfälzisch „mit dem Herbschde“, losgehen. Je nach Reife der Weintrauben beginnt die spannende Zeit der Weinlese Anfang bis Mitte September. Meistens dauert sie etwa drei bis vier Wochen lang. Beim Ernten setzen wir entweder spezielle Traubenvollernter ein oder wir lesen die Trauben von Hand aus. Nach dem Heimbringen werden die Weintrauben gekeltert (gepresst) und schonend vergoren.

 

Ein Weinberg der Rebsorte Merlot im Oktober nach der Weinlese
Unser Weinberg der Rebsorte Merlot im Oktober nach der Lese.

OKTOBER – Die Spätlese

Die spätreifenden Traubensorten, wie zum Beispiel der Riesling, sind im Oktober nach der Hauptlese an der Reihe um geerntet und verarbeitet zu werden. Das ist jetzt die Spätlese. So nach und nach verlagern sich unsere Arbeiten vom Weinberg in den Weinkeller. Je nach der Farbe der Trauben gehen wir für die Weinherstellung unterschiedliche Wege im Weinkeller. Rotwein verlangt einen völlig anderen Ablauf in der Traubenverarbeitung als Weißwein.

NOVEMBER – Die Gärung

Im Wingert wird es ruhiger. Die Natur kommt zur Ruhe. Der Saft in den Weinreben fällt wieder. Wenn die letzten Weinblätter zu Boden gefallen sind, sinken die Rebstöcke in den Winterschlaf. Den Weinbergsboden der durch die Lesearbeiten strapaziert und zertreten wurde, pflügen wir ein letztes Mal um, bevor sich dann der erste Schnee auf ihn legt. Wir sind jetzt in unserem Weinkeller besonders aktiv. Fast alle Weine des neuen Jahrgangs sind mittlerweile vergoren. Bei der Gärung hat die Hefe den Zucker (Glucose und Fructose) im Most in Alkohol umgewandelt. Die Weine werden dann von der Hefe getrennt und in Fässern oder Tanks gelagert. Von nun an geben wir ihnen genügend Zeit um sich zu entwickeln und heranzureifen.

Weinfässer müssen auch innen gereinigt werden.
Nach einer inneren Fassreinigung: Jungwinzer Nicolas beim akrobatischen „Herausschluppen“ (schlüpfen).

DEZEMBER – Das Lagern und Reifen

Die Arbeiten im Weinkeller gehen weiter. Die jungen Weine reifen heran. Sie entfalten ihre sortenbedingten Aromen. Ständig werden Proben genommen und verkostet, sowie Cuvées (aus verschiedenen Rebsorten ausbalancierter Wein) zusammengestellt. Außerdem beliefern wir vor Weihnachten besonders viele Kunden, kümmern uns verstärkt um die Vermarktung, sowie die Pflege und Wartung unserer Arbeitsgeräte und viele Dinge mehr.